29. Reisetag

Freitag, 17. August 2012

Dombås-Lørenskog

Die heutige Reise endete im Zentralspital von Oslo. Wie ist das so gekommen? Ich buchte heute Morgen in der Umgebung von Oslo ein Hotelzimmer, wollte absichtlich nicht in die Stadt. Dann habe ich im Hotel Ahus in Lørenskog, einem Vorort von Oslo, ein recht günstiges Zimmer gefunden und eben gebucht.

Meine Reise begann mit einer Fahrt nach Fokstua, wo ich im Bereich der nicht mehr bedienten Station die beiden Schnellzüge Oslo-Trondheim und Trondheim-Oslo fotografierte. Einen Güterzug verpasste ich gleich am Anfang, weil ich zu lange im Auto sitzen blieb. Das Wetter war etwas unsicher, grundsätzlich bewölkt, aber mit sonnigen Abschnitten.

Mit den gestrigen Bildern der Dovrebahn Oslo-Trondheim hatte ich noch nicht genug, darum bin ich heute noch einmal zur Station Fokstua auf dem Dovrefjell gefahren. Aus Tronheim kam ein lokomotivbespannter Schnellzug, während auf der Gegenrichtung eine Stunde später ein Neigezug unterwegs war.

Die Fahrt führte anschliessend nach Dovre im Gudbrannsdal, wo das Strässchen ins Grimsdal abzweigt. Zunächst windet sich die anfänglich noch ashphaltierte Strasse den Hang hinauf, bis man nach wenigen Minuten bereits über der Baumgrenze das Fjell erreicht. Dort eröffnet sich ein unendlich weiter Blick in das Gebiet des Rondane-Nationalparks:

Richtung Osten öffnet sich nun das Grimsdal, das nach Bezahlung an einer bedienten Mautstation befahren werden kann. Die nächsten über 40 km sind nun nicht asphaltierter Grusvei. Das schöne und verlassene Tal gehört zum Rondane-Nationalpark.

Andere Länder - andere Sitten! Offensichtlich eher jüngere Skandinavier lieben es, auf den Strassenbelägen ihre Visitenkarte zurückzulassen. Mit angezogener Handbremse und durchgetretenem Gaspedal wird dann meistens nachts unter entsprechender Geräuschentwicklung die Strasse dekoriert. Der Pneuverschleiss scheint dabei keine Rolle zu spielen - vielleicht muss ja auch manchmal Papas Volvo herhalten. Die vielerorts anzutreffenden Spuren kommen also nicht von einem schlimmen Bremsmanöver, wie man das anfänglich vermuten könnte:

Die Hauptstrasse 27 auf der östlichen Seite des Rondane-Nationalparks wäre eine rassige Alternative zur E6, wird aber nur wenig befahren. Um ins Gudbrannsdal zu gelangen, muss das Fjell noch einmal überquert werden. Auch dieses Fjell, das Venabygdfjell, hat seinen Reiz:

Im Gudbrannsdal in Ringebu steht eine weitere Stabkirche, die aufgrund von diversen Umbauten nicht vollständig das Aussehen einer Stabkirche hat. Da sie in unmittelbarer Nähe zur E6 liegt, wird sie von vielen Touristen besucht.

Einige Meter neben der Kirche steht der Glockenturm.

In Tretten verliess ich die E6, um ab dem Weiler Svingvoll über den Peer Gynt-Weg zu fahren. Der Peer Gynt Weg ist eine ungeteerte Strasse über Hügel und durch Wälder, besteht aus einem östlichen und einem westlichen Teil, und beide Teile sind mautpflichtig. Der erste Teil war wirklich landschaftlich interessant. Leider hing gerade eine grosse dunkle Wolke über dem Gebiet, so dass das Fotografieren kaum möglich war. Nach rund 30 km landet man im Skiort Gålå, der von der E6 aus in ca. 15 km zu erreichen ist. Ich wollte noch den zweiten Teil des Peer-Gynt-Wegs abfahren, was aber eine weniger gute Idee war. Die Strasse wurde dann eher ein Feldweg und führte praktisch fortwährend durch den Wald. Eine Zeit lang wusste ich nicht einmal mehr, ob ich überhaupt noch auf der richtigen Strasse war. Kein einziges Auto ist mir hier begegnet, das war schon etwas speziell.

Das Ende des Peer-Gynt-Wegs ist an der Hauptstrasse 255, die durch ein malerisches Tal durch eine absolut abgelegene Gegend führt. Dementsprechend ist die Hauptstrasse 255 wenig befahren, ich kam also zügig voran. Ab Lillehammer war ich dann wieder auf der E6, wo es auch für unsere Verhältnisse viel Verkehr hatte. Am Freitagabend reisen alle in ihre Hütten und sind daher auf der Strasse.

Ich hoffte, wenn ich die Hauptstrasse 4 über Gjøvik nehmen würde, hätte ich weniger Verkehr. Tatsächlich hatte es nicht allzu viel Verkehr, aber fortlaufend hockte ich Schleichern auf, die stets mit 5 – 10 km/h weniger als erlaubt fuhren. Hatte ich mal einige durch Überholen beseitigt, stiess ich wieder auf neue. Ich wollte nun wirklich zügig zum Hotel und nicht in der einnachtenden Landschaft herumgondeln.

Ab Gjøvik nahm ich das Navigationsgerät, um das Hotel Ahus zu finden. Dennoch fand ich es nicht, sondern landete mitten im Zentralspital, dann vor der Psychiatrieabteilung, dann auf einem Parkplatz usw. Ich suchte und suchte, dann wollte ich beim Spital fragen. Auf einem Plan entdeckte ich, dass das Hotel tatsächlich Teil des Spitals ist. Es scheint hier Zimmer für Gäste zu geben, die Kranke besuchen. Das Zimmer ist eine Mischung aus Hotel- und Spitalzimmer, aber wenigstens mit normalem Bett.

Bis ich alle meine sieben Sachen aus dem Auto geholt hatte, verging eine Unmenge Zeit.

Die heutige Reiseroute in zwei Teilen: