5. Reisetag

Dienstag, 30. Juli 2013

Die Lofoten von Kabelvåg nach Å und zurück

Kaum zu glauben! Als ich am Morgen den Kopf durch den Vorhang steckte, erblickte ich einen stahlblauen Himmel. Wow! Das Frühstück ging so natürlich doppelt so schnell runter, denn ich wollte nichts verpassen. Wer weiss, wie lange das anhält.

Zunächst wiederholte ich die Fahrt nach Henningsvær, die ich letztes Jahr am 21. Reisetag noch bei bedecktem Himmel unternommen hatte. Fahren, anhalten, fotografieren, fahren, anhalten, fotografieren usw. Es war einfach wunderschön:

Die Lofoten bestehen aus ein paar grossen Hautpinseln und zahlreichen weiteren kleinen Inselchen. Um von der Insel Austvågøy (Hauptort Svolvær) zur Insel Vestvågøy mit Hauptort Leknes zu gelangen, streift man kurz die Insel Gimsøy und überquert zwei Brücken. Eine davon ist sehr lang und hoch, damit auch grosse Schiffe passieren können.

Die Weiterfahrt führte nicht auf dem direkten Weg nach Leknes, sondern in kurvenreicher Fahrt alles der Küste entlang und über die Ortschaften Valberg und Stamsund. Einen Teil dieser Route befuhr ich vor einem Jahr in umgekehrter Richtung - aber eben nicht bei diesem Superwetter. Hier ein paar Eindrücke von dieser Fahrt:

In Leknes war wieder einmal eine Ration Treibstoff notwendig. Dem vierhundertseitigen Handbuch entnahm ich auf Seite 269, dass unbedingt der richtige Treibstoff eingefüllt werden müsse, und nach weiterer Recherche fand ich sogar ganz woanders im Handbuch, dass Oktan 95 und mehr geeignet sind. Und siehe da: zufälligerweise studierte ich die Plakette zum Autoschlüssel und fand die Angabe "blifri 95" darauf. So gibt's also ab sofort nur noch den billigeren Saft!

Der Übergang von der Insel Vestvågøy auf die Insel Moskenesøy erfolgt in einem Unterseetunnel. Da sticht man wie im Sturzflug ein Tunnel hinunter und dann tuckert man gleich steil wieder hoch - und in der Zwischenzeit war man wohl so ca. -300 m. unter Meer.

Auf der Insel Moskenesøy erlebt man im Minutentakt einen Höhepunkt nach dem andern. In Ramberg hat es sogar einen Sandstrand und Badende!

Wegen den Abstechern nach Vikten, Flakstad und Fredvang verlängerte sich meine Fahrt um einige Minuten. Es wäre aber so sündhaft schade gewesen, diese zusätzlichen Fahrten auszulassen. Die folgenden Bilder sprechen für sich:

Auf den ersten Kilometern E10 auf der Insel Moskenesøy wird der letzte Teil der Strasse ausgebaut. Wenn man sich in Norwegen an ein solches Strassenbauwerk macht, dann macht man es gründlich. Zwei lange Tunnels ersetzen zwar sehr schöne, dafür aber schmale, kurvige und steinschlaggefährdete Abschnitte, und zwischendurch wird viel Material weggesprengt, um die Strasse zu verbreitern. Dadurch wird die Strasse gemäss Tafeln bis zu 15 Minuten gesperrt. Dass die Sperrung dann aber 40 Minuten dauerte, freute mich gar nicht, denn mein Programm geriet dadurch unter die Räder zu kommen.

Als ich dann bei Hamnøy und Reine vorbei kam, freute ich mich wieder über die herrliche Landschaft, die ich von früheren Ferien (im Sommer und Winter) gut kenne. Und obwohl ich einige Fotos sicher auch schon gemacht hatte, musste ich immer wieder anhalten und die Kamera zücken. Es war einfach zu schön!

Als ich in Sørvågen, also fast am Ende der Insel Moskenesøy ankam, war schon 14.30 Uhr. Aber ich wollte bei diesem herrlichen Wetter einfach noch einmal auf einen Berg, und zwar soll es der Munkan sein, auf dem ich vor acht Jahren auch schon einmal war. Also zog ich wieder die Bergschuhe an und nahm den steilen Weg in die Höhe in Angriff. Unterwegs kreuzte und überholte ich zahlreiche andere Wanderer. An einer Stelle musste ich mich an den Seilen, die dort montiert waren, hochziehen, was ja bergauf ganz anders ist als dann bergab.

Eigentlich meinte ich, der Weg führe auf einen Berg mit Blick auf den Reinefjord (ich habe doch eine solche Aufnahme in meiner Wohnung...), aber der Weg hörte auf und ich hätte nirgends eine Fortsetzung gefunden. Aber mit den zweieinhalb Stunden Bergmarsch hatte ich ja auch schon viel erreicht, und die Aussicht war auch dort grandios, wo ich fand, es sei jetzt genug. Natürlich beschäftigte mich dies, wieso ich vor Jahren auf der gleichen Wanderung woanders hin gelangte. Dafür muss ich wohl in den Fotos von 2005 nachforschen. Dennoch ein paar bleibende Eindrücke:

Der Vollständigkeit halber fuhr ich ab Sørvågen noch bis ganz ans Ende der Insel Moskenesøy zur Ortschaft Å i Lofoten (ca. 2 km) und anschliessend den ganzen 130 km langen Weg über die vier Hauptinseln der Lofoten nach Kabelvåg zurück. Da ich bei der Baustelle praktisch keine Zeit verlor und ab Leknes praktisch allein auf der Strasse war, kam ich gut voran. Es gab dann sogar noch einen Abendspaziergang in Kabelvåg, wo ich die schöne Aussicht in der Dämmerung genoss. Der bedeckte Himmel war ein Anzeichen, dass das schöne Wetter wohl adieu gesagt hat.

Der Tagesbericht wird einmal mehr durch das Kärtchen mit der Reiseroute abgerundet: