
14. Reisetag
Samstag, 14. März 2015: Franz Josef Glacier
Nachdem ich kurz vor Mitternacht einen Sternenhimmel wahrgenommen hatte, rechnete ich heute mit anständigem Wetter. Es hatte bei Tagesanbruch leichten Bodennebel, der sich bald aufzulösen begann. Nach den Morgenessen startete ich gleich mit den ersten Nebelauflöse- und Sonnenaufgangsfotos.
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Wenige Meter nach dem Hotel, am Eingang zum Dorf Franz Josef Glacier, war der Nebel dann komplett weg.
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Sollte es heute strahlendes Wetter geben, dann stand etwas ganz Besonderes auf der Wunschliste: ein Helikopterflug rund um den Mt. Cook! Und es war schönes Wetter! Es ist fast ein <Must-to-have-done> in Franz Josef oder Fox Glacier, dass man einen Helikopterrundflug macht. Etwa ein geschätztes Dutzend Helikopter verschiedener Anbieter starteten permanent von einem Landeplatz mitten in der Ortschaft, entsprechend hoch war der Lärmpegel. Es werden Rundflüge zwischen 10 und 40 Minuten Dauer angeboten, bei den längeren wird noch eine Gletscherlandung eingebaut. Wenn schon dann schon, sagte ich mir und entschied mich für die längste und teuerste Variante. Bei vier Anbietern fragte ich nach der nächsten Mitflugmöglichkeit, bis sich 11.15 Uhr als erstmögliche herauskristallisierte. Man bat mich um 11 Uhr zu erscheinen. In der Zwischenzeit fuhr ich zum Parkplatz am Franz Josef Gletscher, wo mir Zeit blieb für ein paar kurze Wanderungen an diverse Aussichtspunkte. Die beiden Gletscher Franz Josef und Fox ziehen sich seit ein paar Jahren massiv zurück, so dass die Sicht auf den Gletscher fortlaufend schlechter wird. Beim einen Aussichtspunkt war ein Szenariobild zu sehen, wie es im Jahr 2100 aussehen könnte, tragischerweise war bereits jetzt schon das Eis mehr zurückgegangen.
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Zurück im Dorf parkierte ich das Auto und rückte mit Fotoapparat und Pass aus. Der erste für bleibende Erinnerungen, der zweite für die Identifizierung bei einem Absturz... Nach der Bezahlung folgte die Wägung, was den weiblichen Passagieren etwas peinlich war. Nachdem ich zwei Wochen nicht mehr auf der Waage gestanden war, war das Gewicht von 82.6 kg die Bestätigung, dass nach Abzug der schweren Wanderschuhe, des Fotoapparats, des Reisepasses und der Kleider mein letztes in Zürich gemessenes Gewicht nicht überschritten wird.
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Leider musste ich im Helikopter, der wegen des langen Flugs und wegen des Gewichts der Passagiere nachgetankt wurde, in der hinteren Reihe in der Mitte Platz nehmen. Dies zwang mich, die anderen Passagiere links und rechts fortlaufend zu stören, wenn ich fotografieren wollte. Der betagte Pilot (dafür mit viel Flugerfahrung) flog teilweise sehr nahe an die Felswände, was das Fotografieren ohnehin stark erschwerte. Es war ein ausserordentlich eindrücklicher Flug, und mehrere Male sah ich den Helikopter schon an einer Felswand zerschellen. Die Existenz dieses Textes beweist aber, dass es nicht soweit kam. Der Pilot machte laufend Erklärungen, die ich aber nicht alle verstand.
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Nach rund 25 Minuten Flug setzte der Pilot zur Zwischenlandung auf dem Gletscher an. Touristen aus Ländern, die nie Schnee sehen, flippen jetzt natürlich aus, aber nach unserem strengen Winter liess mich das kalt... Ich war der einzige der Passagiere mit richtigen Schuhen (Bergschuhe), während die andern maximal Turnschuhe trugen.
Nach einer Pause von 5 Minuten ging der Flug weiter. Jetzt verordnete mir der Pilot einen Fensterplatz, doch leider war der Flug nach 10 Minuten dann schon zu Ende.
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Ein paar bewegte Momente des Heliflugs zeigt der nachfolgende Film:
Nach dem eindrücklichen Helikopterflug setzte ich die Reise auf vier Rädern fort und fuhr rund 25 km zur Ortschaft Fox Glacier, wo der zweite lange Gletscher bis ins Tal reicht. In der Nähe von Fox Glacier befindet sich der Lake Matheson, ein hübscher See, in dem sich die beiden höchsten Berge Mt. Cook und Mt. Tasman spiegeln, wenn das Wasser glatt ist. Dies soll vor allem am Morgen und am Abend der Fall sein. Ich umrundete den See und suchte die beste Stelle, um am Abend diese Wunderaufnahme machen zu können. Die beiden Berge steckten aber noch in den Quellwolken.
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Die nächste Station war ein Besuch des Fox Glaciers. Auch dieser zieht sich momentan enorm schnell zurück, so dass die Wanderung bis zum Gletscherende jedes Jahr länger wird. Zuerst suchte ich einen Aussichtspunkt aus, der in wenigen Schritten erreichbar war, dann machte ich noch die gut halbstündige Wanderung an das Gletscherende. Damit kein Tourist auf die dumme Idee kommt, direkt an das Eis zu gelangen, ist der Zugang abgesperrt.
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Ich fuhr dann noch einmal zurück zum Lake Matheson, installierte dort den Fotoapparat und machte während einer Stunde alle 5 Sekunden eine Aufnahme, die ich zu einem Zeitrafferfilm zusammenstellen will. Die Wolken beim Mt. Cook und Mt. Tasman begannen sich tatsächlich aufzulösen, das Licht wurde immer schöner, der See war zeitweise spiegelglatt, aber die Berge waren zu keinem Zeitpunkt so richtig gut sichtbar.
Als die Sonne dann unterging, brach ich die Übung ab und fuhr zum Hotel zurück. Wenn am nächsten Tag das Wetter wieder gut ist, was zu erwarten ist, dann wird DIE Aufnahme eben mit Morgenlicht erneut versucht. Zum Abschluss ein paar Abendszenen am Lake Matheson und auf dem Rückweg zum Hotel.
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Das war die heutige Route (ohne Helikopterflug):
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