
37. Reisetag
Ostermontag, 6. April 2015: Auckland und Abreise
Wow, war das ein Anblick, als ich den Vorhang meines Hotelzimmers im 14. Stock heute früh öffnete: strahlender Sonnenschein und der Trum der SkyCity fast zum Greifen nah. Gleichsam ein Abschiedsgeschenk, schliesslich ist heute Schluss mit Neuseeland. Es hätte ja in Strömen regnen können, aber Neuseeland wollte bei mir in bester Erinnerung bleiben.
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Am letzten Tag gönnte ich mir nicht nur das einfachere kontinentale Frühstück, sondern wählte das Buffet mit den warmen Speisen, so dass ich wieder einmal Rühreier und sogar Eggs Benedict bekam. Es war generell ein schönes Frühstücksbuffet, das Hotel war sowieso etwas vom Feinsten. Das Personal war ausserordentlich freundlich und hilfsbereit, schliesslich hatte ich ja auch Sonderwünsche wie zum Beispiel Bordkarten ausdrucken.
Ich hatte in Erinnerung, dass mein Flug Auckland-Melbourne-Dubai schon Mitte Nachmittag abfliegen würde, aber stellte dann fest, dass der Abflug ja erst um 18 Uhr war. Somit blieb mir noch fast ein ganzer Tag in Auckland, und das erst noch bei schönem Wetter.
Der erste Ausflug führte wie gestern Abend hinüber nach Devonport, um die Aussicht vom Mt. Victoria nun bei Tageslicht anzuschauen. Das schöne Wetter lockte offensichtlich einige Touristen und Ausflügler über die Bucht, was doch das Schnellboot recht gut besetzt. Natürlich waren die Plätze zuoberst auf dem offenen Deck schnell belegt, für mich genügte jedoch ein Stehplatz, schliesslich wollte ich ja Fotos machen. Es gab wirklich sehr eindrückliche Bilder der Front von Auckland.
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Devonport ist ein ganz hübscher Ort, ein gepflegter Bade- und Kurort im viktorianischen Stil, also eigentlich das pure Gegenteil zur Grossstadt auf der andern Seite der Bucht. Selbstverständlich kann man Devonport auch auf dem Landweg erreichen, man macht aber einen langen Umweg über die Harbour Bridge (nur Autobahn!) oder um die ganze Bucht.
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Den Weg auf den Mt. Victoria kannte ich von gestern, so dass die dritte "Besteigung" fast schon eine alltägliche Angelegenheit war. Es wimmelte nur so von Touristen dort oben, viele waren natürlicnh mit dem Auto hinaufgefahren, was in Neuseeland bei solchen Aussichtsbergen ganz üblich ist. Die Aussicht bei Tageslicht war grandios, ich war wirklich sehr glücklich darüber, dass ich das noch bei schönem Wetter erleben durfte.
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Die anschliessende Bootsfahrt nach Auckland zurück war nicht minder attraktiv als die Hinfahrt. Ein grosses Frachtschiff wurde gerade mit Schleppern aus dem Container-Terminal hinausgestossen, was ich in dieser Form noch nie gesehen hatte. Die Einfahrt in die Hafenbucht bei Auckland war ebenso ein ganz besonderer Moment, da die Perspektive vom oberen Deck sehr speziell war.
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Der zweite Ausflug führte mich zum Mt. Eden, wo ich ja schon am ersten Tag bei mässigem Wetter war. Ich wusste, was auf mich zukommt, nämlich ein Fussmarsch von einer Stunde, und das bei sehr warmer Temperatur, solange kein Wind blies. Da ich nicht zu fest schwitzen wollte, ging ich nicht extrem schnell, schliesslich bestieg ich heute noch ein Flugzeug und sollte nicht eine Plage für die Mitreisenden sein.
Exakt 58 Minuten nach Abmarsch am Meer erreichte ich die Spitze des Mt. Eden. Bei schönem Wetter ist die Aussicht natürlich einiges besser als bei bedecktem Himmel. Aber an die tolle Aussicht, die man vom Mt. Victoria aus geniesst, kam das Panorama auf Mt. Eden nicht heran.
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Auf mehr oder weniger gleichem Weg ging ich zurück ins Stadtzentrum zum Hotel, wo ich das Gepäck abholte. Ich nützte den Fussmarsch gleich dafür, noch ein paar Erinnerungsbilder an die Queen's Street zu machen, die Haupteinkaufsstrasse à la Zürcher Bahnhofsstrasse.
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Vom Hotel zum Flughafenbus waren es etwa 200 m abwärts, was eine grosse Erleichterung war, da der eine Rollkoffer sperrig und schwer war. Einen Flughafenbus sah ich gleich vor der Nase wegfahren, nach etwa 20 Minuten Wartezeit folgte der nächste, der schon ziemlich voll war. Die auf den weiteren Haltestellen zugestiegenen Fahrgäste, alle natürlich mit Koffer, hatten es nicht leicht, noch Platz zu finden. Überhaupt war die Fahrt eigentlich eher mühsam. Zunächst schlich der Bus von einem Rotlicht zum nächsten, dann kam eben das Chaos mit den Passagieren, und schliesslich wollte die Fahrt nicht mehr enden. Immerhin 50 Minuten waren nötig zur Überbrückung der etwa 20 km Distanz.
Beim Flughafen erfolgte das letzte Umpacken, damit alles Wesentliche im Handgepäck war. Während den nächsten rund 32 Stunden gab es ja keinen Zugriff auf das normale Gepäck.
Schliesslich folgte das Abschiedsbild, das heisst, das letzte Foto auf neuseeländischem Boden, mit welchem ich mich herzlichst von einem Land verabschiedete, das ich in den vergangenen fünf Wochen sehr lieb gewann. Eine Würdigung an Neuseeland wird in einem Nachwort sicher noch folgen, das bin ich dem Land schuldig, das mir so viel geboten hat. Ein billiges Schaf, hergestellt in China, ist das Maskottchen auf dem Bild, schliesslich habe ich mindestens eine sechsstellige, vielleicht sogar siebenstellige Anzahl der lebenden Artgenossen unterwegs gesehen.
Dann ging es Schritt auf Schritt. Ich checkte ein und wurde sehr freundlich darauf hingewiesen, ich sei auf einen anderen Flug umgebucht worden. Emirates hat drei fast zeitgleiche Flüge ab Auckland nach Dubai, je einer über Melbourne, Brisbane und Sydney, und alle mit dem Riesenflieger Airbus A380. Anstelle über Melbourne wurde ich auf einen Flug über Brisbane gebucht, obwohl ich heute Morgen im Hotel bereits schon den Boarding Pass ausgedruckt hatte. Ich würde aber einen Sitz mit extra viel Beinfreiheit bekommen, wurde mir versprochen. Mir war es eigentlich egal, über welche Stadt ich nach Dubai gelangen würde, und war gespannt auf den mir angebotenen Sitzplatz.
Bei der Passkontrolle hätte ich ein ausgefülltes Formular abgeben müssen, von dem ich nichts wusste. Das Formular war schnell ausgefüllt, aber der Pass wurde mir vom dunkelhäutigen Beamten relativ unfreundlich zurückgegeben. Schade eigentlich, das war ja die formelle Verabschiedung von Neuseeland.
Ich hätte in der 80. Reihe den Platz C bekommen sollen, doch beim Einsteigen wurde ich noch einmal zur Seite gebeten und erhielt eine neue Bordkarte. Nun war ich immer noch in der 80. Reihe, jedoch Platz H. Dieser befand sich gerade beim Notausgang neben der Bordküche mit zwei Meter Beinfreiheit, dafür viel Action durch das zahlreiche Personal. Der Sitz war mit Steckdose ausgerüstet, also konnte ich sogar arbeiten, solange ich nicht mit dem Sitznachbar redete.
Der komfortable Platz hatte den Nachteil, dass es kein Fenster in der Nähe hatte. Ich bekam mit, dass es um 17.10 beim Start (dieser Flug ging 45 Minuten früher als der ursprünglich gebuchte) noch hell war und dass es auf dem Weg nach Brisbane dunkel wurde. Wie das so ist auf einem Flug, man wird fortlaufend gefüttert, so dass ich letztendlich nur wenig Zeit mit dem Laptop arbeiten konnte.
In Brisbane mussten alle aussteigen, auch diejenigen, die nach Dubai weiterflogen. Wie auf der Hinreise in Melbourne gab es noch einmal eine Sicherheitskontrolle, die im Charakter schikanös war. Einige Leute wurden sogar durch den Ganzkörperscanner geschickt, bei mir wurde nach der ganzen Röntgenkontrolle noch mit Sonden im Rucksack herumgewühlt.
Nach anderthalb Stunden Wartezeit wurde das Flugzeug wieder mit Passagieren gefüllt, und ich konnte sogar meinen grosszügigen Platz behalten mit dem gleichen Sitznachbar, mit dem ich zusammen den Zwischenstopp verbrachte. Spätabends startete die für 12 km Flug ausgebuche Maschine in die Nacht und benötigte fast die ganze Länge der Piste, bis sie flach abhob.
Und nun das Abschiedsbild von Neuseeland:
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Die heutige Reiseroute hört beim Flughafen Wellington auf, da ich kaum damit rechne, dass im Flugzeug drin ein GPS-Signal empfangen werden kann.
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Flightradar24.com bietet eine ganz interessante Funktion, indem jeder erfasste Flug an jedem Tag abgerufen werden kann. Daher ist es möglich, die Flugroute des Emirates Airlines-Flugs EK435 hier zwischen Auckland und Brisbane zu zeigen:
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