12. Reisetag

Dienstag, 31. Juli 2012

Valldal-Åndalsnes

Nachdem es gestern Abend so richtig herunterregnete, erwartete ich nicht gerade zum Frühstück strahlend schönes Wetter. Und tatsächlich war der Himmel bedeckt, aber es regnete immerhin längst nicht mehr. Für die Trollstigen-Strasse war mir das Wetter noch zu schlecht, ich spekulierte darauf, dass es sich im Lauf des Tages noch bessern würde.

Relativ spät verliess ich das Hotel in Valldal (auf der Karte mit Sylte angegeben) und fuhr bis ans Ende des Norddalfjords, der dort Tafjord heisst. Ein grosser Teil der 14 km langen Strasse führt durch Tunnels. In Tafjord ist die Zentrale eines grossen Stromerzeugers, darum hat es nebst einem Campingplatz auch noch ein paar Häuser. Ansonsten ist das Dorf schrecklich abgelegen. Die Strasse endete noch nicht, und so folgte ich ihr bis weit in ein abgelegenes Tal zu einem Stausee. Dort hat es einen Parkplatz, der mit etwa 25 Autos gut gefüllt war. Ich glaubte, ausser mir würde heute niemand an dieses Ende der Welt fahren, hatte mich aber offensichtlich geirrt. Bei der Rückfahrt machte ich noch einen Abstecher ins Kaldhusdal, wo es auch ganzjährig bewohnte Häuser hat.

Auf dem Rückweg nach Valldal machte ich einen weiteren Abstecher, der mich auf eine Art Sonnenterrasse auf 400 m führte. Dort oben hat man nicht nur eine gute Aussicht, sondern auch Bauernhöfe, die sogar Aprikosen und Pfirsiche anbauen. Es hatte bis dann etwas aufgehellt, aber sonnig war es nicht geworden.

In Valldal zweigte ich auf die Route zum Trollstigen ab. Auf dieser Seite ist der Trollstigen eine lange Rampe, die nicht erahnen lässt, wie es auf der anderen Seite aussieht.

Im Meiardal wurden die Wolken immer dichter, und plötzlich befand ich mich in starkem Regen. So setzte ich aus und erledigte in meinem mobilen Büro einige Sachen. Ich musste auch wieder einmal mein Auto aufräumen. Nach einer guten Stunde hatte der Regen aufgehört, so dass ich mich für die Weiterfahrt entschied. Auf der Passhöhe angekommen befand ich mich im dichtesten Nebel, und es regnete wieder. Die Talfahrt ins Raumatal mit den vielen Haarnadelkurven erfolgte dann fast im Blindflug. Ein vor mir fahrendes Auto mit schwedischem Kennzeichen hielt bei jedem entgegenkommenden Auto an, obwohl das Kreuzen problemlos möglich war. Hinter mir fuhr ein anderer Zürcher.

Weiter unten im Tal war es wieder trocken. Dann begann die Suche nach einer Unterkunft. Ich fand zunächst in Åndalsnes nichts, fuhr dann weiter in Richtung Molde bis Åfarnes. Das dortige Hotel gibt es nicht mehr, so fuhr ich wieder zurück. Sollte es morgen gutes Wetter sein, würde ich noch einmal zum Trollstigen fahren, da das schon ein Höhepunkt der Reise darstellt. Folglich wollte ich mich nicht zu weit von Åndalsnes entfernen. Ich nutzte die Gelegenheit, unterwegs die Stabkirche von Rødven von aussen zu besichtigen.

In Isfjorden war das Hotel auch geschlossen, und wieder zurück in Åndalsnes war überall, wo das Schild „rom“ (Zimmer) hängt auch gleich die Meldung „opptatt“ beigefügt, also besetzt. Auch der Campingplatz hatte kein Häuschen mehr frei. Dann blieb noch ein Abstecher nach Innfjorden durch den 6 km langen Tunnel, aber auch dort war nichts zu haben (und das auf der Karte eingetragene Hotel gibt es gar nicht). Ich rechnete langsam mit der ersten Übernachtung im Auto. Zurück im Zentrum von Åndalsnes stellte ich fest, dass das Rauma Hotel, das bei meinem letzten Aufenthalt in Åndalsnes geschlossen war, offenbar wieder offen ist. Also ging ich nach einem Zimmer fragen. Hotelzimmer hatte es keines mehr, aber im Dach war noch eine Art Mansarde frei, jedoch nur mit fliessendem Wasser. Besser das als nichts, dachte ich und griff zu. Es war auch hier die letzte Chance.

Auch wenn das Zimmer eigentlich schrecklich ist, hat es doch WLAN, das ich nun nutzen kann.

Der Himmel weist eine geschlossene Wolkendecke auf, die wie Beton wirkt. Ich hoffe schon, dass es morgen besser wird als heute.

Zum Schluss die heutige Reiseroute: