
20. Reisetag
Mittwoch, 8. August 2012
Bogen-Svolvær
In meinem Hotelzimmer lag ein starker Geruch, den ich nicht zuordnen konnte. Vermutlich war es nicht die Zimmereinrichtung, sondern er kam aus einer Lüftung. Ich musste mitten in der Nacht aufstehen und das Fenster leicht öffnen, weil ich wegen des Gestanks erwacht war. Bei dieser Gelegenheit schaute aus dem Fenster, und es war immer noch fast wolkenlos. Dunkel wird es ja so weit im Norden jetzt nie.
Am Morgen war der Himmel dann aber mit einer hochnebelartigen Wolkendecke zu, was mich nicht so freute.
Das erste Etappenziel war Harstad, einer der grösseren Orte in der Gegend. Dort gab es die ersten Sonnenstrahlen und die nördlichste norwegische Kirche aus Stein.
In Harstad gibt es nicht besonders viel anzuschauen. Bei gutem Wetter sieht man die benachbarten Inseln, die zum Teil mit Fähren ab Harstad erschlossen sind. Da die Schiffe der Hurtigrute hier anlegen, ist Harstad auch touristisch ein Begriff.
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In dieser Gegend wirken sich die Kontraste zwischen den Bergen und dem Meer besonders interessant aus. Nachfolgend ein paar Eindrücke von der Rundfahrt um die Insel, auf der sich Harstad befindet:
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Die Insel, auf der sich Harstad befindet, wird über eine grosse Brücke mit dem Festland verbunden:
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Nach der Inselrundfahrt mit einzelnen Abstechern gelangte ich dann wieder auf die E10, die irgendwo in Deutschland beginnt und in Å an der äussersten Ecke der Lofoten endet. Die restliche Tagesstrecke folgte ich dieser multinationalen Expressstrasse, die in Norwegen vor etwa 10 Jahren teilweise neu gebaut wurde, so dass die Lofoten nun eine Fährverbindung und 50 km näher sind.
Mein Auto bat mich so langsam wieder mal nach frischem Diesel, doch es wollte und wollte keine Tankstelle kommen. Ich war dann erleichtert, als ich nach langer Fahrt doch noch eine fand. Ich hätte schon noch gut 100 km fahren können, bis die Anzeige aufgeleuchtet hätte, aber so wohl war es mir dabei nicht. Auffällig ist, dass die Fahrweise in Norwegen sparsam ist, ich komme auf weniger als 5 l / 100 km.
Bei der Fahrt den Fjorden entlang wurde es sehr sonnig, was mich natürlich äusserst freute. Erst als ich wieder in das Gebirge kam, war der Himmel wieder komplett bedeckt.
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Die neue E10, die den Umweg über die Vesterålen (Inselgruppe) umgeht, hat einige Tunnels. In einem Tunnel, der tief unter die Erde führt, wird ein Fjord unterfahren.
Die Lofoten sind von den Nachbarinseln durch den Raftsund getrennt, ein recht schmaler Durchgang. Als ich zur grossen Raftsundbrücke kam, überlegte ich mir gerade, ob ich eine Pause machen und auf das Schiff der Hurtigrute warten soll. Die Antwort erübrigte sich, denn die Hurtigrute war nur noch wenige Meter weg von der Brücke. Mit rassigem Tempo überquerte ich die gewölbte Brücke, stellte das Auto ab und rannte zurück auf die Brücke, um das geplante Bild noch zu machen. Ferien sind ja schon anstrengend!
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Die Landschaft der Lofoten beeindruckte mich einmal mehr. Der Kontrast zwischen dem Meer und den steil abfallenden Bergen ist einfach unbeschreiblich. Trotz immer noch bewölktem Himmel legte ich manchen Fotohalt ein. Je näher ich meinem Ziel kam, desto besser wurde das Wetter. Etwa 20 km vor Svolvær hatte es zwar noch einige Wolkenfelder, aber die Landschaft erstrahlte wunderschön im Sonnenlicht. Obwohl ich schon längere Zeit nicht mehr auf dem nordöstlichen Teil der Lotofeninseln war, erkannte ich die Berge und Fjorde alle wieder, und ich freute mich sehr, sie wieder zu sehen, sogar teilweise bei Sonne.
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Im vollen Sonnenschein wird die Landschaft so überwältigend, dass einem die Worte geradezu ausgehen:
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In Svolvær steuerte ich den Hafen an, weil ich die Ankunft des Hurtigrutenschiffs miterleben wollte. Ich beeilte mich viel zu sehr und musste dann lange warten, weil das Schiff eine halbe Stunde verspätet war. Umso erhabener war der Moment, als das grosse Schiff um die Ecke kam und in die Hafenbucht einfuhr.
Ankunft des Hurtigrute-Schiffs. Auf der Fahrt südwärts legt die Hurtigrute vom 18.30 bis 20.00 in Svolvaer an. In der Gegenrichtung ist dies während der Nacht der Fall. Obwohl die Hurtigrute praktisch täglich kommt, strömen auch immer wieder Einheimische herbei, um die Ankunft oder Abfahrt des grossen Kursschiffes mitzuerleben.
Heute kam das Schiff "Richard With", das bei der Einfahrt in den Hafen von Svolvaer gleich bei der Statue von Richard With vorbeifuhr.
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Dann war es Zeit, ins Nachbardorf Kabelvåg zu fahren, wo ich heute morgen übers Internet ein Zimmer reserviert hatte. Auch das war wie ein Heimkommen, nachdem ich vor über 10 Jahren eine Winterferienwoche hier verbracht hatte. Damals wohnte ich in einem Ferienhäuschen (so ein ehemaliges Fischerhäuschen namens Rorbu), jetzt bin ich im zwischenzeitlich neu entstandenen Kabelvåg Hotell. Bei meiner Ankunft stand schon ein Reisebus vor dem Haus, und die ältere Reisegruppe war gerade im Hotel am Essen. Ich ging nur kurz auf mein Zimmer, weil ich dann wieder Svolvær und die Abfahrt der Hurtigruten im Visier hatte, vorher aber noch das schöne Abendlicht für ein paar Bilder in Kabelvåg nützen wollte.
In Kabelvåg steht die Lofotenkathedrale, eine der grössen aus Holz gebauten Kirchen. Kabelvåg ist ein hübsches Dörfchen an einer Bucht (våg heisst Bucht). Der Blick auf die nahen und fernen Berge ist fantastisch:
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Die Svlolvaergeita ist eine Bergspitze unmittelbar neben der Ortschaft. Abenteuerlustige Bergsteiger springen - angeseilt - von der einen Spitze zur andern und erleben dabei einen ganz besonderen Adrenalinschub. Auf Youtube gibt es einige Filme dazu.
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Das Schiff verliess Svolvær mit der gleichen Verspätung, wie es gekommen war. Dann war auch für mich Zeit zum Essen, und das wieder einmal – mangels Alternativen – beim Italiener, der ziemlich sicher Türke war. Aber immerhin bekam ich gebratenen Lachs mit Reis (die Kartoffeln waren offenbar ausgegangen) und Salat. Nach der Abfahrt der Hurtigrute war Svolvær auf einen Schlag fast menschenleer (ausser beim Italiener, der hatte viele Gäste).
Nach der Rückkehr zum Hotel kämpfte ich mit dem Internetanschluss, weil die freundliche Frau an der Rezeption das falsche Passwort angegeben hatte. Dies kostete mich einige Minuten und ein paar Liftfahrten.
Momentan ist der Himmel fast unbedeckt. Gespannt, was morgen ist.
Und wie immer am Schluss die Karte mit der heutigen Reiseroute:
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