
19. Reisetag
Dienstag, 7. August 2012
Narvik-Bogen (Evenes)
Das erfreulich gute Wetter war eine tolle Überraschung heute Morgen. Der Himmel war zwar teilweise bewölkt, aber der Blauanteil war deutlich grösser.
Eigentlich wäre ich gerne mit der Gondelbahn neben dem Hotel auf das Narvikfjell gefahren, aber die Betriebszeiten sind im Sommer von 14 bis 22 Uhr. So lange wollte ich natürlich nicht in Narvik warten. Ich fasste den Entschluss, wieder bis an die schwedische Grenze zu fahren und dort den Rallarveien, den Weg, den die Eisenbahner für den Bau der Ofotbahn Kiruna-Narvik angelegt hatten, zu suchen. Die letzte Station auf norwegischem Boden heisst Bjørnefjell, bis dorthin fuhr ich mit meinem Auto und suchte den Wegweiser zum Rallarveien. Es kam gerade noch der Intercity Narvik-Kiruna-Luleå, der anhielt und zehn Minuten, offenbar fahrplanmässig, wartete. Die wenigen Fahrgäste in den vier Wagen wird das nicht gestört haben.
Die Bewölkung im Gebirge war deutlich stärker als unten am Fjord, dennoch gab es immer wieder längere sonnige Abschnitte. Ich wanderte etwa eine Stunde diesem Weg entlang und kam dann an eine Stelle, wo man die Züge in der ganzen Länge sieht. Zum Fotografieren geht nur die Fahrtrichtung Kiruna-Narvik. Kaum war ich dort, kam der erste Zug in der falschen Fahrtrichtung, was mich zuversichtlich stimmte, dass heute mindestens so viel los sein wird wie gestern. Dem war aber nicht so. Es vergingen Minuten und Stunden, bis endlich ein Erzzug kam. Die kurzen Güterzüge von gestern verkehrten heute nicht, der Nachtzug hatte sogar 2 Stunden Verspätung. Natürlich schien immer dann die Sonne, wenn auf den Schienen nichts lief.
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1988 wurde die Bahnlinie neu verlegt, damit die Stahlbrücke, die den Lasten nicht mehr gewachsen war, umgangen werden konnte. Ein Zug auf dieser Brücke wäre zeifellos ein attraktives Motiv.
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Als die Wolken dichter wurden, wanderte ich zurück zur Station Bjørnefjell, und plötzlich war der Himmel wieder wolkenlos. Dann kam effektiv bald schon ein Erzzug, aber ich schaffte es, gerade dann abzudrücken, als ein wüster Schatten über der Lokfront lag. Das ärgerte mich, denn sonst hätte dies wohl das ultimative Bild gegeben.
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Wenig später waren wieder viele Wolken da, was mich dann bewog, abzureisen. Bis der nächste Erzzug in der richtigen Richtung gekommen wäre, hätte dies ohne weiteres 2 Stunden dauern können, und das war mir definitiv zu lang. Nachdem ich den ganzen Tag Blutspendedienst an Mücken leisten musste, wollte ich so langsam wieder in die Zivilisation.
Mein Ziel war das Narvikfjell, nachdem der Himmel im Raum Narvik wieder 99% wolkenfrei war. Zielstrebig fuhr ich zur Talstation und fuhr mit der Gondelbahn hinauf. Die Aussicht oben ist grandios, es war also ein guter Entscheid, doch noch dort hinauf zu fahren.
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Mittlerweile war es schon 18.30 Uhr geworden. Ich machte mich auf die Reise in Richtung Harstad, buchte aber unterwegs mit meinem Smartphone ein Hotelzimmer in Bogen in der Gemeinde Evenes, das etwa 40 km vor Harstad liegt. Die Fahrt im Abendlicht mit praktisch wolkenlosem Himmel war wunderbar, leider war es eine Kolonnenfahrt, die von einem – was den sonst – Wohnmobil anführt wurde.
Die Fahrt von Narvik nach Bogen führte rund um einen Fjord. Bogen liegt sehr schön am Ofotfjord, der Blick übers Meer im Abendlicht ist unvergesslich:
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Hier im Hotel spricht man kein Norwegisch, nur Englisch mit slawischem Akzent. Das Zimmer ist aber in Ordnung, leider nicht mit Sicht auf den Fjord, sondern auf die E10, wo im Minutenabstand ein Lastwagen nach dem andern durchfährt.
Und wie gewohnt noch die Reiseroute von heute:
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