
27. Reisetag
Mittwoch, 15. August 2012
Sandnessjøen-Rissa
Ich fühlte mich wie in Turgi, als mich heute Morgen der Bodennebel überraschte. Eine graue Suppe in Sandnessjøen mit minimaler Sichtweite. Und dieser Nebel machte nicht den Anschein, sich bald aufzulösen, sondern er hob sich um ein paar Meter und etablierte sich als „Hochnebel“. Es war exakt 14.42 Uhr, als ich heute zum ersten Mal die prächtige Spätsommersonne sah.
Sandnessjøen im Nebel! Die Helgelandbrücke sah deswegen ganz speziell aus:
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Als ich im Internet den Fahrplan der Fähre Tjøtta-Forvik abfragen wollte, kam eine Meldung, dass die Fähre wegen Krankheit nicht fährt. Durch intensives Googeln kam ich dann auf eine andere Internetseite, die den Fahrplan enthielt und die nötige Klärung brachte, dass bloss die Zusatzkurse ausfallen würden. So musste ich nicht auf die 240 km lange Ersatzroute zurückgreifen (via Mosjøen nach Brønnøysund).
Auf dem Weg nach Tjøtta waren von den Sieben Schwestern nicht einmal die Füsse zu sehen. Die Bergspitzen dürften aber sicher in der Sonne gewesen sein.
Die Fähre nach Forvik füllte sich recht gut, aber es hatte Platz für alle. Ich staune immer wieder, wie viele Autos in so ein eher klein wirkendes Schiff hineinpassen, und dann kommt noch ein Lastwagen, und für den hat es auch immer noch Platz gehabt.
Die Fahrt nach Forvik führte zu einem grossen Teil zwischen kleinen Inseln durch. Heute war die Sicht ja ausreichend, aber wie machen die das im Winter bei Dunkelheit und Regen?
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Obwohl die Ankunft in Forvik etwa zehn Minuten nach Fahrplan war, reichte die Zeit für die Durchquerung der Halbinsel Vevelstad (17 km) gut aus. Für die dort wohnenden Leute muss das seltsam sein, wenn jeweils nach Ankunft einer Fähre ein Autokonvoi durchrauscht und es dann während einer Stunde oder länger totenstill ist.
Während die erste Fähre rund 70 Minuten benötigte (inklusive Zwischenhalte), schaffte es die zweite, diejenige von Ånndalsvåg nach Horn, in etwa 20 Minuten. Leider waren beide Fährenfahrten wenig interessant, weil das Wetter nicht mitspielte.
Es war 13 Uhr, als ich Brønnøysund erreichte. Normalerweise gehört eigentlich der Besuch des Torghatten zum obligatorischen Programm, aber dieser Berg mit Loch war nirgends zu sehen, und zudem war ich bereits schon zweimal hier und habe das Naturwunder beide Male bei gutem Wetter erlebt. Ausserdem war es eine Zeitfrage.
Der Torghatten bei Brønnøysund ist ein Berg mit der Form eines Huts ("hatten") und einem natürlichen Loch. Dieses Loch ist nur für Schiffspassagiere sichtbar (also etwas für Hurtigrute-Passagiere), ausser man wandert um den Berg herum. Es ist möglich, durch das Loch zu gehen, wobei immer die Gefahr eines Steinschlags ist.
Mangels Bilder von der diesjährigen Reise folgen nun Bilder vom 31.8. und 1.9.2005, als ich den Torghatten und Brønnøysund zum letzten Mal besuchte.
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Ich nahm nun die 47 km lange Fahrt nach Vennesund unter die Räder, da dort ja schon die nächste Fähre auf dem Programm stand. Ich studierte absichtlich nicht den Fahrplan, um ohne Stress dorthin zu gelangen, steigerte meine Geschwindigkeit dann aber doch noch ein wenig, als mir kurz vor Vennesund eine Autokolonne entgegenkam. Tatsächlich konnte ich gerade auf die Fähre fahren, die Rampe wurde geschlossen und das Schiff tuckerte davon. Wäre ich eine Minute später gekommen, hätte ich 70 Minuten warten müssen.
Kurz nach dem Verlassen der Fähre in Holm riss die Wolkendecke auf. Endlich! Es gab dann noch ein paar „Rückfälle“, bis ich wirklich definitiv in der Sonne war.
In Kjelleidet verliess ich die Küstenstrasse 17 und gelangte auf den Hauptstrassen 771 und 769 via Kolvereid nach Hofles, wo es kein Weiterkommen auf der Strasse mehr gibt. Die Fähre nach Lund fuhr schon nach 20 Minuten (es hätte durchaus sein können, dass ich über zwei Stunden hätte warten müssen).
Auf der Strecke von Horn via Kjelleidet und Kolvereid nach Hofles gibt es auch viele landschaftlich schöne Abschnitte:
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Das Fährschiff zwischen Hofles und Lund heisst "Olav Duun".
In Lund war ich wieder im Hochnebel, der sich der Küste entlang hartnäckig hielt.
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In Lund liess ich den ganzen Konvoi davonfahren, wartete noch einige Minuten und machte mich dann auf den Weg nach Namsos, wo ich wieder auf die Reichsstrasse 17 stiess, die ab hier nun definitiv nicht mehr „Küstenstrasse“ genannt werden kann. Einige Kilometer vor Steinkjer verliess ich diese Strasse und wechselte auf die Hauptstrasse 720 nach Rissa, um nicht in Trondheim vorbeizukommen. Die auf der Landkarte fast schnurgerade eingezeichnete Strasse bestand auf der ersten Hälfte jedoch nur aus Kurven und einer schmalen Fahrbahn. Da die Zeit schon vorgerückt war, drückte ich etwas mehr aufs Gaspedal, vor allem im gestreckten zweiten Abschnitt. In Rissa fand ich ein Hotel mit WLAN.
Die Strasse von Lund nach Namsos ist sehr abwechslungsreich und überrascht mit schöner Landschaft:
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Morgen früh werde ich mit der Fähre in die Gegend von Trondheim gelangen und dann auf der E6 südwärts fahren. Da ich am nächsten Montag um 20 Uhr in Hamburg eintreffen muss, bleiben mir nun nicht mehr so viele Möglichkeiten für Unterwegshalte.
Wie gewohnt zum Schluss die Karte, heute wieder auf zwei Bildern:
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