
2. Reisetag
Freitag, 1. August 2014
Edinburgh - Airport - Queensferry (Forth of Forth) - Hopetoun House - Blackness Castle - Bo'ness - Falkirk - Perth
Heute begann nun der Ernst des Lebens!
Nachdem ich mich als Fussgänger mit den Verkehrsregeln des Linksverkehrs halbwegs vertraut gemacht hatte und den Verkehrsverlauf an Kreuzungen und Kreiseln intensiv studiert hatte, reiste ich zum Flughafen (natürlich mit Tram), um dort nach dem Mittag den Mietwagen zu übernehmen. Bestellt hatte ich zwar was ganz anderes, aber ich erhielt einen VW Golf mit Automatikschaltung, und das stimmte für mich. Anfänglich war alles neu, so die Bedienung des Wagens als auch die Fahrweise auf der "falschen" Strassenseite. Um jegliches Risiko zu umgehen, steuerte ich auf einen grossen Flughafenparkplatz und machte mich zunächst mit der Situation vertraut.
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Das Haus im Hintergrund der beiden obenstehenden Bilder ist nicht etwa das Flughafenterminal, sondern das Hopetoun House (siehe weiter unten)...
Nachdem ich mir den Weg gemerkt hatte, machte ich mich auf die Reise. Erstaunlicherweise klappt es mit dem Linksfahren auf Anhieb recht gut, ich musste einfach fortlaufend simultan übersetzen. Bei Kreuzungen und Kreiseln war die Konzentration am grössten, weil der automatische Blick nach rechts nun nicht mehr der richtige war. Da die Bahnen in der Schweiz auch links fahren, konnte ich mir so immer wieder eine Eselsbrücke bilden.
Die Orientierung in Schottland schien mir sehr schwierig. Bei Kreiseln steht häufig das Schild für die richtige Ausfahrt nach der Ausfahrt, so dass ich mehr als einmal den falschen Weg erwischte. Auch die Auswahl an Ortschaften, die auf den Wegweisern angeschrieben sind, schien mir selten logisch. Selten stand die Ortschaft auf einem Schild, die mir vom Kartenlesen her sinnvoll erschien. Dennoch fand ich mein erstes Ziel problemlos, die Ortschaft South Queensferry.
Hier wird der Meeresarm Firth of Forth von einer riesigen Bahnbrücke überquert. Parallel dazu gibt es eine Autobahnbrücke, die sich neben der Bahnbrücke recht bescheiden zeigt. Die Grösse der Bahnbrücke wird dann so richtig klar, wenn ein Zug die immense Metallkonstruktion überquert. Es war schon lange mein Wunsch, diese Brücke im Original zu sehen.
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Unweit von Queensferry South liegt ein grosser Palast mit dem Namen Hopetoun House. Auf dem Weg dorthin machte ich erste Erfahrungen mit den schottischen Einspurstrassen und wäre beinahe auf die falsche Seite ausgewichen, als ein Auto entgegen kam.
Das Hopetoun House besichtigte ich nur von aussen, ansonsten hätte mir die Zeit für anderes gefehlt.
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Die nächste Etappe führte mich nach Bo'ness, wo sich das grösste Eisenbahnmuseum von Schottland befindet. Tatsächlich bewegte sich gerade ein Dampfzug, als ich dort eintraf, und es hatte einige Besucher. Da die Ausstellung bald schon schloss - es war schon gegen 16 Uhr - erhielt ich einen stark ermässigten Eintritt, dennoch konnte ich die Ausstellung noch anschauen. Ich wollte ohnehin nicht lange bleiben.
An und für sich fehlt mir der Bezug zu den britischen Eisenbahnen, vor allem im historischen Bereich. Daher durchschritt ich die beiden Hallen mit den Exponaten recht zügig. Es hatte einige originelle Fahrzeuge ausgestellt, und interessante Informationswände zeigten auf, wie viel Eisenbahn Schottland einmal hatte. Ein Postsortierwagen der Royal Mail, der von innen besichtigt werden konnte, hatte ganz spezielle Fächer wie "The Moon", "Hogwarts Castle", "Neverland", "Antarctica" und "Discworld". Dass im Hogwarts-Fach ein Brief an Harry Potter lag, dürfte kaum ein Zufall sein...
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Unweit des Eisenbahnmuseums befindet sich Blackness Castle. Am Anfang einer Schottlandreise ist man natürlich noch scharf auf jedes Schloss, das halbwegs am Weg liegt, und so war der nächste Abstecher auch schon klar.
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Im Reiseführer wurde empfohlen, das Schiffshebewerk in Falkrik anzuschauen. Das war leichter geschrieben als getan, weil lange kein Wegweiser zu diesem Hotspot zu finden war. Ich wollte schon die Reise fortsetzen, als ich dann doch noch ein Hinweisschild sah.
Schottland ist in diesem mehrheitlich flachen Bereich durchzogen von zahlreichen Kanälen, die mit kleineren Schiffen befahrbar sind. Für den Höhenausgleich stehen zahlreiche Schleusen zur Verfügung, und in der Ortschaft Falkirk mit dem norwegischen Namen gibt es sogar ein Schiffshebewerk. Nachdem man soetwas bei uns in der Schweiz nicht kennt, war ich gespannt, was ich antreffen würde.
Das ganze beginnt in der Höhe, wo aus einem Schiffstunnel (!) Hausboote und Ausflugsschiffe (vergleichbar mit den Limmatschiffen) herauskommen, die dann einen aufgeständerten Kanal befahren. Am Ende des Kanals befindet sich ein Drehrad mit zwei Wannen. Gleichzeitig werden beide Wannen mit Wasser und allfälligen Schiffen gefüllt, dann dreht sich die ganze Sache um 180 Grad wie eine Schraube. Am anderen Ende angekommen öffnen sich die Schleusen zu den Wannen und die Boote können ausfahren.
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Angesichts der vorgerückten Zeit ging dann die Fahrt fast nonstop nach Perth, wo ich ein Hotelzimmer reserviert hatte. Perth war noch recht einfach zu finden, aber das Hotel war kaum auffindbar. In Perth haben die Strassen keine Hausnummern, und mein Hotel lag an der Glasgow Avenue, die mehrere Kilometer lang ist. Schliesslich half mir nur noch das Internet weiter, da auf der Buchungsseite von booking.com ein kleiner Kartenausschnitt zu finden war. Die nachfolgende Skizze zeigt den Suchvorgang. Zu beachten: dickere Striche bedeuten mehrfaches Befahren der Strasse (z.T. in beiden Richtungen)...
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Und das ist die gesamte Reiseroute des heutigen Tages:
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