
3. Reisetag
Samstag, 2. August 2014
Perth - Dundee - St. Andrews - Abroath - Aberdeen
Es war noch trocken, als ich am Morgen Perth verliess, aber bald setzte der Regen ein, der mich dann noch den ganzen Tag begleiten würde.
Dundee war in einer guten halben Stunde über die Autobahn zu erreichen. Die Stadt selber ist absolut nicht sehenswert, aber es gibt über den Firth of Tay eine lange Eisenbahnbrücke, die ich mir anschauen wollte. Auf einer Vorgängerbrücke, damals noch aus Holz gebaut, verunglückte am 28.12.1879 ein Zug sehr schwer, weil ein Orkan einen Teil der Brücke mitgerissen hatte. Die heutige Brücke entstand 8 Jahre später, sie ist gemauert und daher stabiler.
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Parallel dazu gibt es eine Autobrücke, die in den Fünfzigerjahren von Queen Elizabeth II eröffnet wurde.
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Trotz des nassen Wetters überquerte ich den Firth of Tay und steuerte die Ortschaft St. Andrews an. Diese Ortschaft wird von Touristen im Sommer überschwemmt. Es gibt ein hübsches Städtchen zu sehen, eine grosse Kirchenruine und ein Castle. Man findet viele grosse Kirchen in Schottland, aber auch zahlreiche Ruinen von einst grossen Kathedralen, die von lokalen Herrschern aus Eifersucht, Rache und Liebeskummer zerstört wurden. In St. Andrews besichtigte ich die erste Ruine, deren weitere im Verlauf der Schottlandrundfahrt noch folgten.
Dem Schloss in St. Andrews erging es nicht besser. Es ist auch nur noch als Ruine vorhanden.
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Anschliessend ging die Reise weiter über Dundee nach Arbroath, eine grössere Ortschaft an der Nordseeküste. Auch dort steht eine grosse Ruine einer Kathedrale mit Kloster, die besichtigt werden kann. Abroath Abbey war ein Opfer der Reformation, daher zerfiel die Kirche nach und nach, die Steine wurden für neue Gebäude verwendet. Heute wird die konservierte Anlage von Historic Scotland betreut, und sogar die Aufnahme in das Unesco-Weltkulturerbe wurde beantragt.
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Beim Rundgang durch Arbroath hatte ich offensichtlich die Orientierung verloren, denn plötzlich stellte ich fest, dass ich den Weg zu meinem Auto nicht mehr fand. Es sah überall etwa gleich aus. Dank der Navigationshilfe durch mein Mobiltelefon fand ich dann den Weg zum Glück doch noch, sonst würde ich wohl heute noch mein Auto in Arbroath suchen...
Nordostwärts ging die Reise weiter bis zum Dunnotar Castle. Hier fand sich wieder die ganze Touristikszene zusammen. Bei schönem Wetter ist das auf einem Felsen am Meer gelegene Schloss effektiv etwas ganz Besonderes, im Regen war die Wirkung schon nicht die gleiche. Aber ein Besuch gehört zu den "Musts" auf einer Schottlandrundreise. Angesichts der aktuellen Uhrzeit, es war schon wieder 18 Uhr, war keine Besichtigung mehr möglich, aber diese hätte ich möglicherweise ohnehin ausgelassen.
Dunnotar Castle ist ein beliebtes Fotosujet.
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Von Dunnotar Castle bis Aberdeen war es nicht mehr so weit. Mittlerweile war es doch schon nahezu dunkel geworden und der Regen wurde stärker, so dass es wieder einmal eine grosse Herausforderung war, in Aberdeen das Hotel zu finden, wo mein Zimmer reserviert war. Ich war wieder einmal viel zu weit gefahren, dann stoppte ich bei einer Tankstelle und bemühte alle technischen Hilfsmittel, um den Weg zu finden. So gelangte ich dann endlich ans Ziel. Beim Hotel hatte es ein Parkhaus, so entfiel wenigstens die Parkplatzsuche. Dafür streikte mein Auto exakt in dem Moment, als sich die Barriere öffnete. Als dann der Aufseher kam, konnte ich schliesslich doch noch die Bremsen lösen und weiterfahren. Wie sehr habe ich in diesem Moment mein eigenes Auto gewünscht, das nicht im gleichen Mass von Elektronik beherrscht wird, dafür macht es immer das, was ich will.
Anschliessend noch die heutige Fahrroute:
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Die kleine Geschichte zum Abschluss
Nicht schlecht staunte ich, als ich auf einer Sitzbank in Dundee mehrere Konservendosen sah. Es hatte einen Zettel dabei mit der Notiz "Küchenschränke entrümpelt - bedienen Sie sich!". Die Auswahl bestand aus süssem Mais, Mandarinenschnitze im Mandarinensaft und eine Art Fruchtsalat. Hoffentlich haben die Konserven bald einen neuen Besitzer gefunden. Einfach mit dem Ablaufdatum darf man es nicht zu genau nehmen, denn die Mandarinenschnitze waren auf 2012 datiert, und der Fruchtsalat hätte bis im Febraur 2013 gegessen sein sollen.
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