7. Reisetag

D O N N E R S T A G ,   1 .   A U G U S T   2 0 1 3 

Tromsø


Es bleibt in dieser Gegend um diese Jahreszeit ja die ganze Nacht hell, so dass man sich der Verlockung nicht widersetzen kann und halt mal mitten in der Nacht einen Guck durchs Fenster macht. Uff, der gestern Abend noch so blaue Himmel war wieder komplett mit Wolken zu, dabei priesen die Wetterprognosen viel Sonnenschein an. Tatsächlich, als ich dann aufstand, hatten sich die meisten Wolken schon aufgelöst.

Mein heutiges Ziel war Tromsø, die letzte echte und etwas grössere Stadt auf dem Weg zum Nordpol. Ich war vor vielen Jahren im Winter bei strahlendstem Wetter in Tromsø und war damals hell begeistert. Daher freute ich mich, Tromsø noch einmal bei schönem Wetter geniessen zu dürfen.

Die Fahrt von ca. 120 km dorthin erforderte dann doch einen Zeitbedarf von gegen zwei Stunden, weil unterwegs grössere Baustellen und mehrere Ortsdurchfahrten viel Zeit kosteten. Es hat in dieser Gegend zudem eine stattliche Anzahl Geschwindigkeitsmessradars, die zwar angekündigt werden, aber doch während einer längeren Strecke Disziplin abverlangten. Es war eine landschaftlich sehr schöne Fahrt.



In Tromsø fuhr ich direkt zum Fjellheis, d.h. zum "Berglift", der aus einer mittlerweile recht antiken Luftseilbahn besteht. Die 27 Personen fassende Kabine war recht gut gefüllt, als ich um 10.30 Uhr mit der Bahn hochfuhr. Die Fahrt ging auf den 418 Meter hohen Storsteinen, von dem aus ein herrliches Panorama auf Tromsø und die umliegenden Gebirge genossen werden kann. Ich war überwältigt von dem, was mich dort oben erwartete.



Die alte Luftseilbahn, die bei meinem winterlichen Besuch vor vielen Jahren nicht in Betrieb war, hat es mir ganz angetan! Die eine Kabine ist gelb mit rotem Dach, die andere ist rot bemalt mit gelbem Dach.



Eine weitere Sehenswürdigkeit von Tromsø ist die Eismeerkathedrale, die Ishavskatedralen, die wohl modernste und vermutlich bekannteste Kirche in Norwegen. Sie wurde 1965 erbaut.



Tromsø liegt auf einer langgestreckten Insel und ist über zwei grosse Brücken mit dem Festland verbunden. Die grosse, ältere Brücke datiert aus dem Jahr 1960. Offenbar wurde sie zu häufig als Absprungrampe für Lebensmüde missbraucht, so dass sie nun über entsprechende Schutzvorrichtungen verfügt, die das Fotografieren etwas erschweren.



Das Zentrum von Tromsø ist freilich nicht sonderlich gross, aber doch recht hübsch. Einzelne Strassen sind für den Autoverkehr gesperrt und als "Gågate" (Gehgasse) deklariert. Ein nicht näher genannter Tourist hat auf der Suche nach seinem Hotel dem Vernehmen nach die eine oder andere gågate mit einem japanischen Playmobil befahren.



In Tromsø gibt es eine Universität und das Polarinstitut, das mitsamt dem Museum von Oslo nach Tromsø gezügelt wurde. Die Norweger sind zu Recht stolz auf ihre Nord- und Südpol-Expeditionen, besonders auf den damit verbundenen Namen Roald Amundsen. Statuen und Gedenktafeln von Amundsen sind an manchen Orten in der Stadt zu finden. Bei der Universität steht in einem Treibhaus das älteste noch erhaltene Robbenfängerschiff MS Polstjerna zur Besichtigung bereit.



Kein Tromsø ohne Hurtigruten-Schiff! Pünktlich um 14.30 Uhr traf die nordwärtsfahrende Hurtigrute ein. MS Polarlys (Polarlicht), gebaut 1996 und 123m lang, legte am Dampskipkaia an und verliess Tromsø um 18.30 wieder. Für die Abfahrt der Hurtigrute begab ich mich auf die grosse Brücke.



Für einmal nahm ich den GPS-Tracker auch auf die Fussmärsche mit, so dass in Tromsø recht viele Spuren hinterlassen wurden. Immerhin habe ich heute die grosse Brücke fünf Mal überquert (4 x zu Fuss), bin mit der Seilbahn auf den Berg gefahren und habe mich intensiv in der Stadt bewegt. Daher auf dem einen Bild die Tagesgesamtroute und auf dem zweiten Bild eine Vergrösserung der Situation in Tromsø.



Und so endete der schweizerische Nationalfeiertag in Tromsø bei schönem Wetter. Die aufziehenden Schleierwolken und der Wetterbericht deuteten untrüglich an, dass die Sonne wohl eine Pause einlegen wird.